Schlagwort-Archive: Gambia

Eid Mubarak (Kurban 2020)

Help the poor and the needy e.V. wünscht allen Muslimen zum bevorstehenden Opferfest ein herzliches

Eid Mubarak.

Möge Allah uns noch viele Opferfeste erleben lassen. In der heutigen Zeit wiegt dieses Bittgebet vielleicht noch ein wenig schwerer als in den vergangenen Jahren. 

Nachdem das Jahr für uns nicht so besonders gut begonnen hatte, rechneten wir dieses Jahr, auch wegen Corona, mit weniger Schafen. Doch Allah wollte es anders. Die Spenden-Aktion für die Hammel zum Fest lief sehr schleppend an. Auch regelmäßiges Erinnern doch bitte das Geld für ein Kurban zu spenden, brachte keine wirklichen Verbesserungen. 

Gerade als ich aufgeben wollte, und verstanden hatte, dass es in Zeiten von Corona eben jedem schlecht geht, und viele nicht mehr so viel abgeben können, kam mir eine Idee. 

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Rückblick

Sorry, dieser Blog-Artikel ist schon längst überfällig. Es tut mir leid, dass so viel Zeit vergangen ist seit dem letzten. Aber besondere Zeiten erfordern oft auch besondere Maßnahmen. So hatten wir sehr viel zu tun. Parallel zu alledem schreibe ich auch noch an meinem Buch, das in shaa Allah bald fertig ist. Dann habt ihr genug Lesestoff.

CORONA-HILFE

Sofort, nachdem am 17.3. der erste Corona-Fall in Gambia bekannt wurde, schloss der Präsident die Schulen und verhängte einen State of Ermergency (Ausnahmezustand), der bis heute anhält. Was das für die Wirtschaft bedeutet, brauche ich wohl niemandem erzählen, denn davon sind alle Länder betroffen. Doch was es für die Menschen bedeutet, die sowieso schon von der Hand in den Mund leben, ist noch einmal etwas ganz anderes. Sie sind abhängig von den kleinen Verkäufen von Früchten oder anderen Produkten, und das, was sie an diesem Tag verdienen, kommt dann nachmittags auf den Esstisch. Schlimm, wenn es dann einen Lockdown gibt, keine Strassen- und Marktverkäufe mehr erlaubt sind. Inoffizielle Zahlen sprechen von 90.000 Erwerbslosen. Dabei hatten wir nie mehr als 27 aktive Fälle.

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Die Krone im Land der Armut

Als ob die allgemeine Armut nicht schon reicht, Krisen machen es nicht besser, oder doch?

Irgendwie war es abzusehen, dass so etwas mal kommen muss. Diese immer höher, immer weiter, immer schneller Mentalität war kaum noch zu ertragen, und für die Erde gab es schon deutlich sichtbare Zeichen, dass wir Menschen an ihr Raubbau begehen. Die viel beschworene Globalisierung ist an einem kritischen Punkt angekommen. Das war uns allen schon länger klar, und doch haben wir nur oberflächig reagiert, da uns ein Leben mit Superlativen weitaus wichtiger war.

Und auf der anderen Seite, in anderen Kulturen, in denen nur persönliche Kontakte üblich sind, werden neue Wege online gefunden. So entwicklen sich neue Möglichkeiten für alle im Bewusstsein für andere.

Wie immer im Leben, wenn wir etwas ändern sollen, aber nicht wollen, kommt ein Ereignis, das uns radikal umdenken lassen muss. Diesmal in Form eines Virus.

Corona, sein Name, ein lateinisches Wort, das Krone aber auch Belagerungsring heißt. Beide Bedeutungen passen wie die Faust aufs Auge. Corona, sagt mir, dass hier jemand die Krone aufhat, und dass wir uns wie in einem Belagerungszustand befinden, brauche ich wohl nicht näher zu erklären.

Doch genau das spaltet die Nation. Für die einen ein zu autoritäres Verhalten, für ein Grippevirus, an dessen Vorgänger auch jedes Jahr Tausende sterben. Worte wie Panikmache und Überwachungsstaat sind häufiger zu hören.

Für die anderen ist das Virus eine echte Gefahr, weil unbekannt und kein Gegenmittel vorhanden. Da wir uns wegen der Kontaktsperre jedoch nicht persönlich darüber austauschen können, muss das Internet herhalten, und es wird geschimpft und vermutet und Verschwörungstheorien finden ihren Anfang.

So lasst uns nur von wirklichen Fakten sprechen, da selbst die Infizierten- und Todeszahlen mittlerweile von einigen angezweifelt werden. Doch obwohl das Virus vieles durcheinander wirbelt, gibt es deutliche Zeichen für uns. Wer genauer hinschaut, kann sie bei sich selbst und seiner Umgebung entdecken.

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Spenden in Zeiten der Krise II

Unsere nächsten Schritte …..
FIDYA, KAFFARA, ZAKAT UL FITR, FLEISCH FÜR‘S FEST

Für Muslime gibt es einige Almosen, die aufgrund des Auslassen einiger gottesdienstlichen Aktionen geleistet werden sollten. Wir als Verein geben dafür die Möglichkeit, wenn wir in Zeiten der Krise jedoch auch immer an den Schutz unserer Mitarbeiter denken müssen. Einiger dieser Leistungen sind zeitgebunden, müssen also im Ramadan getätigt werden, andere wiederum können das ganze Jahr über gespendet werden.
Wir werden immer wieder gefragt, ob wir die eine oder andere Form der Spende annehmen, daher haben wir uns entschlossen, auf einige der zu leistenden Spenden näher einzugehen. Spenden in Zeiten der Krise II weiterlesen

Iftar-Pakete 2020

Ramadan

Ramadan steht vor der Tür, na ja noch 2 Monate, aber irgendwie liegt die Vorfreude schon in der Luft. Das Wort Ramadan ist wieder häufiger im Sprachgebrauch, sei es bei Terminvereinbarungen oder Reiseplanungen.
In unserem Verein ist der Ramadan nun schon seit Jahresbeginn Thema. Denn in Erinnerung an letztes Jahr, als der Andrang so übermäßig groß war, und sie noch Tage später vor dem geschlossenen Büro standen, wollen wir diesmal soviel wie möglich Bedürftigen unsere legendären Iftar-Pakete zukommen lassen. https://empathymitgefuehl.com/2019/05/14/ramadan-2019/
Der Inhalt des Paketes wird sich nicht viel vom letzten Jahr unterscheiden, denn in 2019 waren die Empfänger sehr glücklich, mit dem, was sie bekommen haben.


Sie werden Kaffee, Tee, Zucker, Mayonnaise, Milchpulver, Datteln, 5l Öl und Nudeln bekommen. Sie 30 Tage mit einem warmen Essen zum Fastenbrechen zu versorgen, soweit sind wir leider noch nicht, aber wir arbeiten daran. Doch was sie mit unseren Paketen bekommen, verschönert ihnen auch schon das tägliche Frühstück.
Vor zwei Jahren haben sich viele über die 7,5 Kg Zucker aufgeregt, die wir dem Paket beifügen. Dazu bitte den Artikel lesen … https://empathymitgefuehl.com/2018/02/27/zucker-zucker-zucker/


Hier sei nur kurz so viel dazu gesagt. Der Gambier geht ausschließlich auf dem Markt einkaufen, isst alles frisch und Supermarktprodukte mit den versteckten Zuckern kennt er nicht. Bei einer 10-köpfigen Familie sind 7,5KG Zucker für 30 Tage pro Person 750gr. Für 30 Tage. Sie benutzen ihn ausschließlich für ihren Tee oder Kaffee oder um den morgendlichen Hirsebrei zu süßen.
Statistisch gesehen inklusive aller versteckten Zucker nimmt ein durchschnittlicher Deutscher im gleichen Zeitraum 3 Kg Zucker zu sich. Eine 10-köpfiger deutsche Familie würde demnach 30 Kg Zucker verschlingen. So seid bitte barmherzig mit uns und den Gambiern, wenn sie sich freuen einen Monat mal für alle Familienmitglieder Zucker zu haben.


Ein Iftar-Paket kostet 25€ und erfreut eine ganze Familie. Wer möchte uns helfen, den Bedürftigen in Bakau und Umgebung eine große Freude zum Ramadan zu machen? Sie werden für euch beten.

Kontoverbindung:
Help the poor and the needy e.V.
IBAN DE47100205000003291200
VZ Essenspakete

Ich danke euch von Herzen

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Wird verarbeitet …
Erledigt! Du bist auf der Liste.

Unser Baumprojekt

Alle Jahre wieder führen unser Baumprojekt durch. Dann suchen wir Schulen oder Plätze, wo wir kleine Bäume pflanzen können. Letztes Jahr waren 3 Schulen und ein Dorf interessiert. Die Bäume werden dann von unseren Witwen gesät, und wenn sie eine bestimmte Größe haben, von unseren Sponsorinnen abgekauft. So entsteht ein Win-Win-Win-Situation. Die Witwen verdienen sich etwas dazu, die Sponsorinnen haben einen Baum gepflanzt, und die Schulen etc. haben Obst-Bäume auf ihrem Grundstück.

Einen Baum zu pflanzen ist eine höchst religiöse Angelegenheit. Schon der Prophet Muhammed sws sagte:
„Wenn ein Muslim einen Baum pflanzt oder einen Samen sät und von dessen Früchten die Menschen, Vögel oder Tiere essen, gilt dies als Sadaka (Almosen).“ (Buchârî)

Weil wir letztes Jahr den Andrang und den damit verbundenen Verwaltungsaufwand der Schulkinder, die einen Sponsor für ihre Schulgebühren suchten, unterschätzt hatten, waren wir mit dem Pflanzen der Bäume im November etwas spät. Das wollen wir dieses Jahr besser machen. Die Bäumchen sollen jetzt schon gesät werden, um sie dann im Juli pflanzen zu können.

Der Run auf die Bäume im Oktober/November seitens der Sponsoren war so groß, daß wir 113 Bäume pflanzen konnten. Gott sei’s gedankt. Ein sehr schönes und nachhaltiges Projekt.

Gerade sind wir dabei, unser komplettes Vereinskonzept auf Nachhaltigkeit zu überprüfen. Da gibt es noch viel Handlungsbedarf. Bäume zu pflanzen ist jedenfalls schon einmal ein guter Anfang.

Das einzige Problem ist, Plätze zu finden, wo die Bäume gepflanzt werden können. 100 Bäume brauchen ziemlich viel Platz. Aber so Gott will, werden wir neue Plätze finden, damit das Projekt weitergeführt werden kann.

Im nächsten Artikel wird es auch um Nachhaltigkeit gehen. Ich werde euch Einblicke in unsere Arbeit geben mit welchem Gedankengut, wir uns täglich beschäftigen müssen und welchen Schwierigkeiten wir hier mitunter ausgesetzt werden.

Nun ist der Container da!

Mit knapp 3 Wochen Verspätung kam dann der Container auch endlich an. Es ist immer reichlich nervig, denn der Zoll scannt den Container, aber es werden auch einzelne Kartons aufgemacht, für Stichproben. Wenn dann der Container bei dem Besitzer angekommen ist, muss alles ganz schnell gehen, da sie nicht die Räumlichkeiten haben alles zu verstauen. So kann es passieren, dass du gerade in einem wichtigen Meeting, oder gerade nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause gekommen bist, das Telefon klingelt und du „gebeten“ wirst, sofort deine Sachen abzuholen. Nun wir konnten ihn dann doch noch überzeugen am nächsten Morgen zu kommen.
In dem Container waren ja nun hauptsächlich 300 Abayas und 100 Schultaschen. Unsere Kleiderständer im Büro fassen etwa 100 Kleider. So bringen wir nach und nach immer mehr ins Büro und verteilen sie.
In den Schultaschen haben wir dann auch Stifte, Hefte, Zahnbürsten, Zahnpasta und Matchbox Autos gefunden. Das war eine große Freude für die Kinder. Sie kamen in kleinen Gruppen, machten eine Reihe und warteten ganz artig bis sie an der Reihe waren. So hatte es sich schnell herumgesprochen, und innerhalb von 3 Stunden war alles verschenkt.
Unsere Witwen waren sehr angetan von den Kleidern und den Kopftüchern. Oft machten sie eine kleine Modenschau im Büro und es wurde sehr viel gelacht. Es war so schön, sie in all ihrer Not wieder einmal lachen zu sehen.

Der Container Inhalt

Alles in Allem eine gelungene Aktion. Aber das Highlight waren dann doch die Machbox-Autos. Eine Aktion, die es verdient wiederholt zu werden. Wir erstellen jetzt eine Bedarfsliste, mit den Artikeln, die dringend gebraucht werden, denn die Containerkosten sind hoch, und wir wollen künftig noch effektiver handeln. Ein großer Dank an alle Mitwirkenden.

Aqiqa und mehr

Es gibt immer wieder Anfragen, ob wir Aqiqa-Schafe schlachten. Ja, wir machen es, und zwar gerne. Muslime schlachten Aqiqa Schafe zur Geburt eines Kindes. Bei einem Sohn werden 2 Hammel geschlachtet und bei einer Tochter 1 Hammel. Das Fleisch wird dann an Bedürftige verteilt. Da dieser Brauch in Deutschland aufgrund der Gesetze nicht umsetzbar ist, lassen viele Muslime ihre Hammel im Ausland schlachten, gerne auch dort wo es viele Bedürftige gibt, die so gut wie nie Fleisch essen können.

So auch dieses Mal. Hinzu kam noch, dass eine Schwester Sadaqqa Kaffara zahlen wollte. Sadaqqa Kaffara ist eine Wiedergutmachung für eine nicht erbrachte religiöse Leistung, wie z.B. fasten. In der Regel besteht die Ersatzleistung daraus Arme zu speisen. So haben wir diese beiden Wünsche unserer Sponsoren zusammen gefasst und ein schönes Essen in dem Dorf Kuloro ausgerichtet, in dem wir auch unsere Moschee bauen.

Sie haben erst die zwei Hammel für die Geburt eines kleinen Jungen geschlachtet, ein Teil des Fleisches für das Kochen zurückbehalten und den Rest in kleine Tüten verpackt und verteilt. Dann wurde Domoda, das Nationalgericht Gambias gekocht. Ein Gericht ähnlich wie Gulasch nur mit Erdnuss-Soße. Viele der Dorfbewohner hatten so einen sehr schönen Tag und konnten nach langer Zeit auch mal wieder Fleisch essen.

Auf dem letzten Bild seht ihr die kleine Moschee, die wir gebaut haben aus der hinteren Ansicht. Ingesamt für alle Beteiligten ein wirklich gelungener Tag.

Ein Jahr später ….

Eine liebe Freundin machte mich auf einen Artikel aufmerksam, den ich vor exakt einem Jahr geschrieben hatte. Es war ein kleiner Status Quo-Bericht über unsere Aktivitäten. Es ging unter anderem um unsere Studenten, die im September wieder die neuen Semester bezahlen müssen und um die Kurban-Schafe, die für das Opferfest gekauft wurden. Letztes Jahr waren es 48, dieses Jahr 105.

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Kurban 2019

 

In einer Spendenzeit von ca 6 Wochen haben wir von 73 Spendern über 10000€ für Kurban-Hammel gesammelt, so viel wie noch nie. In den vergangenen Jahren reichten die Spenden meist für 20-50 Schafe. Wenn wir die Schafe nahe der Hauptstadt gekauft hätten, wäre es sehr knapp mit dem Geld geworden. Doch durch die kluge Auswahl der Viehmärkte im Landesinneren und geschicktes Verhandeln konnten wir schließlich von dem Geld 105 Schafe kaufen. D.h. wir können 105 Familien glücklich machen. Möge Allah die Spender reichlich belohnen. Doch wie aufregend die ganze Geschichte war erfahrt ihr hier.

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Geschützt: Eine Reismühle für Bakau

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Fleisch für‘s Fest – Ramadan 2019

Fleisch für’s Fest

Am Tag vor dem Fest war es dann endlich soweit. Die Bullen sollten geschlachtet werden. Die Schlachter waren für 7 Uhr morgens bestellt. Das fand ich gut, denn dann ist die Sonne schon aufgegangen, und ich kann meine Fotos machen. Doch dann passierte etwas, dass in meiner Karriere hier noch nie dagewesen ist. Statt der üblichen 2 Stunden Verspätung, riefen sie um 5 Uhr morgens an, dass sie jetzt auf dem Weg seien. Ich verstand die Welt nicht mehr. Sie kamen noch vor dem Fajr Gebet um 5.30 Uhr an, beteten erst einmal und machten sich dann an die Arbeit. Im Stockdunklen nur assistiert von 2 Taschenlampen. Daher sind die Fotos vom Schlachten nicht wirklich verwertbar.

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Subhanallah, die Bullen sind da!

Subhanallah, die Bullen sind da

Es war 0.30 Uhr als unser Helfer mit den Bullen endlich bei uns eintrafen. Total übermüdet versuchten dann der Verkäufer der Bullen, der extra aus Senegal mitgekommen war, der Fahrer, unser Angestellter aus dem Büro und unser Wachmann die Riesenexemplare von Bullen aus dem Transporter zu bekommen. Da die Riesenviecher mindestens 3-4 soviel wiegen wie einer der Männer eine ziemlich schwieriges Unterfangen. Vor allem, wenn die Reisenden gefastet haben und bis zu diesem Moment nur ein Brot gegessen hatten.

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Registration closed! – Mission impossible

Nach der Verteilung der Iftar-Pakete setzte ein Run auf die Anmeldung bei unserem Verein ein. Ich konnte es noch etwas abmildern, indem ich meine Mitarbeiter davon überzeugen konnte, erst ein Interview zu machen, um herauszufinden, ob sie wirklich bedürftig sind. Gesagt, getan, und dennoch waren es mehr als 40 Neuanmeldungen. Alle waren völlig erschöpft, doch nun begann die eigentliche Arbeit.

Das Anmeldeformular ausfüllen, Digitalfoto machen, Passfotos organisieren, die Anmeldung in die entsprechende Liste übertragen (Reis-Projekt, Medizinischer Support, Witwe, Waise etc. ) Dann alles in unser Projektmanagement-Programm übernehmen, Prioritäten festlegen und dann so langsam publizieren. Zwischendurch kam ich mir vor wie ein Beamter, der hinter seinen Aktenbergen versinkt.

Dann kam die Idee draußen ein Schild anzubringen, dass die Aufnahme neuer Mitglieder bis nächsten Monat gestoppt wird. „Registration closed“

Alle waren glücklich und zufrieden mit der Lösung. Doch wir hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Dass nicht alle das Schild lesen können, das war uns klar, aber dass bereits eingetragene Mitglieder dann Bedürftige von weit weg zu uns brachten, die noch nicht einmal das Fahrgeld hatten, um wieder zurück zu fahren. Außerdem zum Teil so herzergreifende Fälle, dass wir einfach nicht wegsehen konnten. Und so kamen sie immer weiter Tag für Tag. Hier mal zwei Fälle aus unserem Alltag.

Die Frau oben auf dem Bild ist fast taub und ihr Mann und alle Kinder sind komplett taub. Ganz schwierig für die Familie, denn wie sollen sie arbeiten gehen und die Kinder in die Schule. Es gibt hier eine Schule für Gehörlose, die sie sich natürlich nicht leisten können. Wir prüfen gerade, ob wir da etwas machen können. Aber ihr seht, was da an jeder Anmeldung immer noch für ein Rattenschwanz dranhängt.

Der Mann auf dem Bild ist auch sehr schwerhörig, aber das ist nicht sein Problem. Er ist ein Donkey-Man. Das heißt er holt den Müll von den Leute mit seinem Esel ab. Jetzt ist sein Esel aber so stark verwundet, dass er nicht mehr arbeiten kann. So wie ich verstanden habe, hat er den Esel jetzt zu einem Tierdoktor in eine andere Stadt gebracht, aber nun kann er nicht arbeiten und die Familie hat nichts zu essen.

Das sind Probleme!

Aber solche Leute kann man ja nun nicht wieder wegschicken, und das waren aber nur zwei derer, die nach dem Ansturm der 40 noch in unser Büro gekommen sind. Zur Zeit sind es täglich etwa drei.

Fazit: Ein Anmelde-Stopp in einem NGO, der sich um die Ärmsten der Nation kümmert, ist eine „Mission impossible“.

Wieder was dazugelernt! 😉

Ramadan 2019

Familie Jammeh und der ganze Verein „Help the poor and the needy e.V.“ wünschen allen Muslimen einen gesegneten Ramadan 2019.

Da der letzte Ramadan etwas traurig war, weil wir kurz vorher bestohlen wurden, wurde es dieses Mal umso schöner. Ich war den ganzen April in Deutschland und konnte viele neue Freunde für unseren Verein gewinnen. Entsprechend war auch die Spendenbereitschaft. Wir hatten es tatsächlich geschafft, 356 Familie mit Iftarpaketen zu versorgen. Doch auch die Abaya-Aktion war mehr als erfolgreich. Die gewünschten 100 Abayas wurden um 100% übertroffen. Die Frauen hier freuen sich schon wahnsinnig.

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The Methodist Special School ….

… ist eine ehemalige Missionsschule, die vor einigen Jahren von der Regierung übernommen wurde. Meine Schwägerin, die selbst ein Downsyndrom-Mädchen hat, machte mich auf die Schule aufmerksam. Letzte Wochen haben wir sie dann besucht. Was ich dort vorfand waren sehr engagierte Lehrer, ein etwas heruntergekommenes Schulgebäude, kaum Schulmaterialien und nur ein Fünftel anwesende Schüler.

Doch eins nach dem anderen.

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279 Familien und kein Ende in Sicht

Unsere letzte Zählung ergab 279 bedürftige Familien bzw. Personen. Davon sind 135 Witwen und 12 Schüler/Studenten. Seit Ramadan haben wir so mal eben 100 neue Registrierte.

Manchmal kommt es vor, dass ihr länger nichts von mir hört. Das liegt aber nicht daran, dass wir nichts zu tun haben, sondern dass wir so viel zu tun haben, dass ich kaum dazu komme euch alles mitzuteilen. Wenn ich dann mal Zeit habe, und mir einen Homeoffice-Tag erzwinge, dann kommt leider alles auf einmal.

Ich zeige euch jetzt im Einzelnen, welche Projekte wir umgesetzt haben und welche noch offen sind.

Es schein im Übrigen so, dass wir uns in einer sehr gesegneten Phase im Verein befinden, denn oft sind die Hilfsangebote schon vor den Hilfegesuchen da. Das haut mich jedes mal wieder um. Subhanallah.

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Tage, die es in sich hatten

Allen Muslimen wünschen wir ein gesegnetes Opferfest. Möge Allah unsere Gebete annehmen und uns noch viele weitere Opferfeste feiern lassen.

Rückblick

Seit dem letzten Blogeintrag vor genau einem Monat ist viel passiert. Damit ihr einen kleinen Eindruck bekommt, wie wir arbeiten, werde ich euch jetzt schildern, was ich seit dem letzten Blog so getrieben habe. Leider ist der Artikel schon wieder etwas lang geworden. Ich gelobe Besserung und schreibe lieber mehrere kleine.

Kleiderkammer

In Erwartung der vielen Abayas haben wir schnell noch die verbleibende Gebrauchtkleidung auf Bügel gehängt und in unserem Backoffice eine Kleiderkammer eingerichtet. In der Hoffnung, dass die ganze Kleidung ausgegeben ist, bis die Abayas kommen. Dann sind hoffentlich die Bügel wieder frei und wir können unsere Kleiderkammer mit den langen Kleidern präsentieren.

Reisausgabe

Ein paar Tage später war dann auch schon die Reisausgabe für die Witwen. 36 Witwen bekommen derzeit einen monatlichen Sack Reis zur Unterstützung. Aber durch diverse Todesfälle in den letzten Tagen bräuchten wir dringend noch mehr Sponsoren für weitere Witwen. Von den 178 Familien, die derzeit bei uns registriert sind, sind etwa die Hälfte Witwen. Witwen sind in Gambia die Ärmsten der Armen.

Kurz nach der Reisausgabe kam dann eine neue Witwe, Mama Sanneh, zu uns ins Büro. Sie hat vor Kurzem ihre über 100-Jährige Schwiegermutter verloren und kurz danach ihren Mann. Jetzt steht sie mit den drei kleinen Töchtern alleine da und versucht die kleine Familie als Wäscherin über Wasser zu halten. Sie bekam auch einen einmaligen extra Sack Reis. Ihre Lebensbedingungen sind so traurig, dass wir uns auch für sie einen neuen Sponsor wünschen. Ich komme nach Berlin mit einigen neuen Witwen im Gepäck (sinnbildlich) vielleicht möchte ja noch jemand eine übernehmen.

Starkregen hat Dächer demoliert

Komischerweise regnet es freitags hier immer am heftigsten. So auch an einem Freitag Anfang Juli. Die Nähschule, unser Privathaus und viele andere Gebäude hatten Wasserschäden. Glücklicherweise haben wir jemanden, der sich um das alles kümmert. Ich alleine wäre damit wohl etwas überfordert gewesen.

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Krankheiten, die keiner kennt….

Krankheiten, die keiner kennt, zumindest nicht in Deutschland. Vielleicht wird der eine oder andere schon von ihnen gehört haben, aber in der Fülle, in der sie hier auftreten, bestimmt nicht. Da ich kein Arzt bin, kann ich mir die Herkunft und Häufigkeit der Krankheiten nicht erklären, aber dennoch ist meine Verwunderung immer wieder groß.

Bevor ich zu den „großen“ Krankheiten kommen, erst einmal etwas zu den kleinen Blessuren. Ich schreibe darüber, um einfach einmal den Unterschied aufzuzeigen, wie Menschen ob Nordhalbkugel oder Südhalbkugel unterschiedlich mit Krankheiten oder Blessuren umgehen.

Eine kleine Geschichte dazu:

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Zakat ul Fitr – Die Reisverteilung in Bildern

Es war überwältigend wie viele Spenden für Zakat ul Fitr bei uns eingegangen sind. Ab Samstag vor dem Fest konnten wir dann keine Zakat ul Fitr Spenden mehr annehmen. Das habe ich dann auch auf allen meinen Kanälen verkündet. Das Abpacken musste zu einem bestimmten Zeitpunkt beendet sein, da wir ja noch das Schlachten der Bullen vorbereiten mussten. Hinzu kommt noch, dass wir nach dem Einbruch ja kein Bargeld mehr in Gambia haben und alle Spenden mühsam aus Deutschland nachholen müssen.

So kam am Sonntag ein guter Freund aus Deutschland und brachte Nachschub. Sobald das Geld in unseren Händen war riefen wir unseren Lieferanten an und bestellten die 25 Säcke Reis. 25 Säcke sind 1250 Kg Reis. Diese sollten dann in 3 Kg Portionen abgepackt werden. Am Montag kamen wir dann gerade an dem Geschäft vorbei als unsere Säcke auf die Schubkarren gepackt wurden.

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Charityessen – ein Segen für die Gemeinden

Zur Zeit passiert so viel, dass ich mit dem Schreiben kaum noch hinterher komme. So ist es nun schon am Donnerstag gewesen, dass wir ein Charityessen für 100 Personen zubereitet haben. So ein Essen ist ein Tagesprogramm für uns. Gleich nach dem Morgengebet um 6 Uhr wurde eine Ziege geschlachtet. Mit dem Fleisch ging es dann direkt in unser Büro nach Bakau. Dort warteten schon die Köchinnen mit den Zutaten, die am Tag vorher eingekauft wurden. Sie schnitten das Gemüse, brieten das Fleisch mit dem Gemüse in einem riesengroßen Topf.

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Wie alles begann …

Oft werde ich gefragt, warum wir das alles hier machen, und wie es dazu gekommen ist. Das ist recht schnell erklärt. Als ich 1998 zu Besuch in Gambia war, hat mich meine Schwägerin zu dem Kindergarten ihrer Tochter mitnahm. Dort realisierte ich, dass es damals in einem Land mit 95% Muslimen es ausschließlich christliche Kindergärten gab. Das wäre ja alles kein Problem, wenn es da nicht die Versuche gäbe, aus den kleinen Muslimen kleine Christen zu machen. Für das Aufsagen christlicher Gebete und andere Rituale hatte ich wenig Verständnis bei ausschließlich muslimischen Kindern. Meine kleine Nichte betete folglich vor dem Essen wie sie es im Kindergarten gelernt hatte, und der Sohn einer Freundin sang beim Malen eines Bildes „Oh Jesus, my Lord“

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Opfern für die Seele

In vielen Religionen gibt es das Darbringen eines Opfers. In den monotheistischen Religionen ist es meist ein Tieropfer.

Wie schon im Alten Testament offenbart, war Ibrahim (Abraham) auf Befehl Gottes bereit, seinen Sohn zu opfern, so tief war sein Glaube. Die Muslime gedenken dieser Situation an ihrem Eid-ul-Adha, dem Opferfest.

Doch auch heutzutage gibt es viele Gelegenheiten, zu denen praktizierende Gläubige Tiere (meist Hammel) opfern. Sei es für ein neugeborenes Baby, oder sei es für die Erfüllung eines Bittgebetes. Für viele Gläubige ist dieses Ritual ein wichtiger Bestandteil ihrer Religion und eine Win-Win-Situation für die Beteiligten. Die Spender erfüllen ein Opfer und die arme Bevölkerung hat an diesem Tag eine Fleischmahlzeit, das sonst nur zu den Festen vorkommt (wenn überhaupt). Auch wir freuen uns jedes Mal über die spirituelle Atmosphäre. Ein Imam kommt. Er oder mein Mann liest ein Bittgebet für die Familie, das Fleisch wird in kleine Portionen geteilt und dann an die ärmsten im Ort verteilt.

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Ramadan 2018 – nicht ganz so wie beabsichtigt (m. Fotostrecke)

Help the poor and the needy e.V. wünscht allen Muslimen einen gesegneten Ramadan.

Aufgrund unseres aktuellen Problems (s. Artikel) mussten wir diesmal „kleinere Brötchen backen“ sprich kleinere Pakete packen. Nachdem bekannt wurde, dass uns unsere Projektgelder aus dem Safe gestohlen wurden, kamen viele Bekannte, Freunde und Bedürftige in unser Büro und fühlten mit uns. Einige haben sogar geweint. Ramadan 2018 – nicht ganz so wie beabsichtigt (m. Fotostrecke) weiterlesen

Am Samstag in Kuloro

Erinnert ihr euch? Letztes Jahr haben wir für 10 Matratzen für die Bewohner des Dorfes Kuloro gesammelt. Letzten Samstag war es dann endlich soweit, und wir haben die Matratzen kaufen und ins Dorf bringen können.

Das klingt jetzt alles ziemlich sachlich, aber Kuloro war wie immer ein sehr aufregender Ausflug.

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Physiotherapie in Gambia

Physiotherapie in Gambia

Das Spannende an meinem Job ist, dass ich durch die Nöte unserer Bedürftigen immer wieder neue Dinge entdecke, was es in Gambia alles gibt.
So führte uns Alagie, der 2013 einen schweren Unfall hatte, einige Zeit im Rollstuhl saß und jetzt wieder, dank vieler Sitzungen Physiotherapie an einer Krücke gehen kann, zu seinem Phyisotherapie-Studio. Der Weg ging durch die verkehrsreichste Strasse Gambias, mit vielen Staus und noch mehr dreckiger Luft, aber als wir ankamen, war es wie eine kleine Oase mit Blumen vor der Tür und absoluter Stille im Inneren.

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So isst man in Gambia

Reis, Reis, Reis. Beginnen wir die Story mit einer wahren Begebenheit. Als ich einmal nach Deutschland flog, setzte sich ein Ehepaar in die Reihe vor mir. Sie ließen sich in die Sitze fallen mit den Worten: „Gott sei dank, nie wieder Reis.“ Ich grinste vor mich hin, denn auch ich versuche außerhalb Gambias auf Reis zu verzichten. Wenn Gambier für dich kochen, gibt es in der Regel Reis mit Soße. Irgendwie kann man es ja verstehen. Reis macht satt, ist relativ nahhaft, Reis ist im Verhältnis zu anderen Lebensmitteln günstig, und wenn du dann auch noch den hier so beliebten Bruchreis nimmst, dann wächst die Menge explosionsartig im Topf an. D.h. von einer kleinen Menge Reis können viele Mägen satt werden.

Ok, das zu den Basics. Doch was dazu? Die meisten essen aus Kostengründen Fisch zum Reis. Ein Kilogramm Fleisch kostet genauso viel wie in Deutschland, so kann sich jeder selbst ausrechnen, wie oft ein Arbeiter mit 30-50€ Gehalt im Monat wohl Fleisch essen kann. Übringens habe ich hier noch nie Lamm- oder Kalbfleisch gesehen. Die Kleinen werden hier nicht geschlachtet. Dafür aber die alten Kühe oder Bullen, das dann manchmal bedeutet, 4 Stunden Fleisch vorkochen. Wohl dem der einen Schnellkochtopf hat. So isst man in Gambia weiterlesen

Leben mit Analphabeten

Das Leben in einem Land mit 30-40% Analphabeten unterscheidet sich schon sehr von dem in einem Industrieland. Da gibt es für unsereins viel zu lernen. Die Übermittlung von Informationen und damit auch die Art der Information muss in vielen Fällen völlig neu überdacht werden. So spielt beispielsweise das Radio in Gambia noch eine sehr große Rolle. Da das Radio seit je her nicht zu meinem gewohnten Umfeld gehört, vergesse ich es oft. Bemerke dann aber immer wieder, wenn ich auf bestimmte Sendungen hingewiesen werde, wie interessant es doch sein kann.

Viele junge Menschen, mit neuen erfrischenden Ideen sprechen dort, Institutionen, die junge Menschen in die Selbständigkeit führen wollen, stellen sich vor, und religiöse und spirituelle Themen werden dort diskutiert. Selbst Ernährungsberatung habe ich schon gehört. Immer wieder überraschend für mich, wenn ich mich gerade so schön eingehört habe, dann die Aufforderung an den Sprecher nun noch einmal alles in eine der 8 gambischen Sprachen zu übersetzen. Ich frage mich dann immer, wer bis jetzt auf englisch zugehört hat und nichts verstand, ist der noch dabei?

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Unser Newsletter

Liebe Freunde unseres Vereins,

trotz unserer bescheidenen Mittel, 3 Personen im Büro und mein Mann, der sich um die Kontakte und die Umsetzung vor Ort kümmert, haben wir schon sehr viel erreicht. Gerade sitzen wir an der Buchhaltung und den Jahresberichten für das gambische und das deutsche Finanzamt. Der Jahresbericht 2017 wird dann zeitnah auch auf unserer Homepage zu sehen sein. Auch schön, dass wir jährlich wachsen. Die Spenden werden mehr doch natürlich auch die damit verbundene Arbeit. Deswegen ist es höchste Zeit, dass ich mich noch straffer organisiere, um alle Hilfsanfragen zu bewältigen und eine ordentliche Öffentlichkeitsarbeit zu liefern. Diese Neuordnung ist jetzt weitestgehend abgeschlossen (es war viel Arbeit, deswegen habt ihr auch so lange nichts von mir gehört) aber nun versuchen wir mal mit dem neuen System einen neuen Start. Das bedeutet aber auch, dass ich leider eure Lesegewohnheiten ändern werde.

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„Nähen statt Lampedusa“ startet durch (mit Diashow)

Am 1. November haben wir unsere Nähschule eröffnet! Oh my God. Was haben wir gelitten, um dieses Nähschule zum Laufen zu bringen. Erst das Hin und Her mit dem Ladenlokal, dann konnten wir keine Schüler finden, weil sich unter den Jugendlichen verstärkt die Meinung breit macht „Lieber warte ich Jahre auf die Chance nach Europa zu kommen, als auch nur einen Finger krumm zu machen“.

Was haben wir alles versucht. Wir haben ein Meeting mit unseren Witwen gemacht, um ihre Söhne für das Projekt zu gewinnen, wir haben mit Lokalpolitikern gesprochen, im Bekanntenkreis herumgefragt, und gerade als wir uns an die Radiostationen wenden wollten, ging es plötzlich los mit den Anmeldungen, und auch ein männlicher Lehrer stellte sich vor. Von da an lief alles wie am Schnürchen. Da wir jetzt schon mehr als 10 Schüler haben, fahren wir sogar 2 Schichten morgens und nachmittags.

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Rückblick mit Fotos

Rückblick. Es ist so viel passiert in den letzten 14 Tagen, dass ich nicht wusste, wo ich anfangen soll mit dem Erzählen. Deswegen habe ich das Schreiben dieses Blogs ein wenig vor mir hergeschoben. Sorry dafür. Doch jetzt habe ich eine Liste der kürzlich abgeschlossenen Projekte. So ist es etwas einfacher das Wirrwarr in meinem Kopf zu bändigen.

Gott sei‘s gedankt, wir konnten wirklich viel Gutes tun. Großer Dank auch an die Spender, die das alles ermöglicht haben.

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10 Gründe warum Gambier unbedingt nach Europa wollen

Diesen Artikel widme ich meinem Schwager Habib, der mit 30 Jahren sein Leben im Mittelmeer vor Lampedusa verlor. Wir haben alles versucht, ihn davon abzuhalten, doch leider ohne Erfolg. Seitdem haben wir viele Gespräche mit anderen Ausreisewilligen geführt, um ihre Beweggründe und ihre Hoffnungen besser zu verstehen und ihnen vielleicht Alternativen anbieten zu können.

Gambia hat 1,8 Mio. Einwohner. Jährlich verlassen etwa 9000 junge Männer das Land, um durch die Wüste nach Libyen, über das Mittelmeer nach Italien zu gelangen. Nigeria beispielsweise hat 100x mehr Einwohner und auch von dort machen sich ebenfalls 9000 Männer jährlich auf den Weg.

Für Nigeria kann ich nicht sprechen, aber warum die Gambier gehen, davon konnte ich mir jetzt ein Bild machen, das ich gerne mit euch teile. Je mehr Menschen über die Motive informiert sind, desto besser können wir vielleicht helfen, sie davon abzuhalten. Allerdings müsste sich dazu wohl die Gesamtsituation im Land verbessern. Die Abwanderungsbeteitschaft ist bei vielen so hoch, dass selbst Versprechen für eigenes Geschäft oder ähnliches nicht mehr wirken. Es ist wie ein Virus, der die Männer befällt, von dem sie nicht mehr geheilt werden können.  10 Gründe warum Gambier unbedingt nach Europa wollen weiterlesen

Gestern bei unserem Sorgenkind Kuloro

Die Menschen in „unserem“ Dorf Kuloro sind mir richtig ans Herz gewachsen. Es ist natürlich nicht unser Dorf, aber ich fühle mich dem Menschen dort sehr nahe. Sie sind so lieb und so bescheiden in ihrer Armut, dass wir sie wirklich nur bewundern können. Ich nehme euch jetzt mit auf unseren kleinen Ausflug.

Nach einer Stunde Fahrt kamen wir in dem kleinen Dorf an. Der Weg von der Hauptstraße zum Dorf, der wegen der Regenzeit total zugewachsen war, glich eher einer Berg- und Talfahrt, aber dass kennen wir ja schon. Alle Sandwege sind während und kurz nach der Regenzeit kaum zu gebrauchen. Aber … am Wegesrand stehen wunderschöne Bäume. Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass es Mahaghoni-Bäume sind. Aus ihnen, wenn sie nicht so verwachsen sind wie dieser, werden die Boote, Möbel und die Dachkonstruktionen gebaut. Dennoch für mich unheimlich schön anzusehen.

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Sorgenkind: Dawda Ceesay

Mit Dawda eröffne ich meine neue Serie „Sorgenkinder“. Wundert euch nicht, es werden auch etwas ältere Herrschaften unter den Sorgenkindern sein. Die Betreffenen und wir wären sehr dankbar, wenn ihr euch vorstellen könntet, dem einen oder anderen Sorgenkind zu helfen. Sie alle leben wirklich in ärmlichen Verhältnissen, aber ich werde euch zu jedem seine persönliche Geschichte erzählen.

Dawda Ceesay (13) ist das älteste Kind von Ebrima Ceesay und seiner Frau Fatoumata. Ebrima ist ungelernt und Fatoumata ist Erzieherin. Bald nach der Geburt des vierten Kindes verließ sie die Familie und ließ auch ihre vier Kinder zurück. Der Vater kann seine Kinder weder versorgen noch ernähren, so ist die Großmutter eingesprungen. Doch auch sie ist schon seit 20 Jahren Witwe und lebt von der Hand in den Mund. Mittlerweile ist sie über 80 und nicht gesund. Dawda ist sehr intelligent und hilfsbereit. Er unterstützt die Großmutter wo es geht. Einmal haben wir ihn am Fisherbeach getroffen, wie er die Fische, die den Fischern beim Transport zum Strand herunterfallen aufhob und nach Hause brachte. Sorgenkind: Dawda Ceesay weiterlesen

Ein Leben ohne Strom

Alle, die schon länger diesem Blog folgen, mögen es vielleicht nicht mehr hören. Doch in der heutigen Zeit der Technologie ist ein Leben fast ohne Strom schwierig. Wie schwierig wollte ich euch heute mal etwas näher erklären, damit ihr so in etwa eine Vorstellung habt, unter welchen Bedingungen ich versuche in Kontakt mit euch zu bleiben.

Bei derzeit maximal 6 von 24 Stunden Strom am Tag (morgens 3 und abends 3) nachts oft nicht, und da würde ich den Ventilator so sehr brauchen. In unserem Haus haben wir jetzt in der Regenzeit nachts 31 Grad Celsius mit 80% Luftfeuchtigkeit. Ich brauche euch sicher nicht zu erzählen in welchem Zustand man morgens aufwacht.

Wäsche waschen mit der Waschmaschine nimmt auch komische Formen an, wenn du plötzlich um 23 Uhr anfängst, weil dann gerade der Strom angegangen ist. Glücklicherweise haben wir ja unsere Batterie-Glühbirnen, so haben wir wenigstens Licht. Obwohl vor etwa einem Monat der Strom mal mit solcher Wucht zurückgekommen ist, dass einige Birnen explodiert sind und zwei Ventilatoren durchgeschmort. Später kam dann noch ein Elektriker, der alle Steckdosen ausgewechselt hat, weil sie alle Schaden genommen haben.

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Studieren in Gambia

Für alle Eltern ist es immer etwas Besonderes, wenn das eigene Kind an einer Universität aufgenommen wird. Bisher habe ich das immer nur bei anderen beobachten können, nun dürfen wir es selbst erleben. Einige administrative Notwendigkeiten habe ich durch unsere gesponserten Studenten ja auch schon kennenlernen dürfen, doch nun heißt es für meine Töchter „Rein in den Papierkram und Hacken ablaufen“.

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Fanta macht IT

Ihr erinnert euch? Das ist Fanta. Vor etwa einem Jahr haben wir in einer vierstündigen Blitzaktion 300€ für ihr letztes Schuljahr gesammelt. Mit dem Geld, das darüber hinaus gezahlt wurde, konnten wir ihrer alleinerziehenden Mutter noch ein StartUp geben und den Rest haben wir in einen Ausbildungsfonds für Studenten gesteckt. Nach dem sie nun ihre Schule mit einem durchschnittlichen Zeugnis abgeschlossen hat, haben wir auch ihr einen IT-Kurs finanziert. Wohin es mit ihr dann weitergeht, weiß sie noch nicht. Das hängt natürlich auch wieder von der Finanzierung ab. Wir hatten mal die Idee, sogenannte Talentcoachings anzubieten, doch was nützt dir das Wissen zu was du Talent hast, wenn du dann hinterher nicht die Möglichkeit hast, es auch umzusetzen.

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Eine wirklich schöne Geschichte

Vor über einem Jahr baten wir euch für Yaghouba D. zu spenden. Er kam aus Guinea nach Gambia, um IT und Englisch zu lernen. Sein Onkel versprach ihm, ihn zu unterstützen. Schon nach sehr kurzer Zeit zog der Onkel sein Angebot wieder zurück und erwartete von ihm, dass Yaghouba, ihm auf seinen Baustellen half. Das hat er dann eine Weile getan, bis er als Helfer bei einer unserer Baustellen eingeteilt war. Er erzählte uns, was passiert war und bat uns um Hilfe.

Wir aktivierten unsere Sponsoren und siehe da, er konnte Englisch und IT erfolgreich abschließen. Bei seinem Onkel musste er deswegen allerdings ausziehen. So hatte er dann weder einen Platz zum

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29 Witwen bekommen jetzt schon Reis

Es ist wunderbar, wir sind so dankbar. In Berlin konnte ich acht neue Sponsoren für unser Witwen-Reis-Projekt gewinnen. Jetzt können wir 29 Witwen mit einem monatlichen 50Kg-Sack Reis für 25€ versorgen. Das hilft ihnen sehr. Sie sind so dankbar und beten jedes Mal für alle, die es ihnen möglich machen.

Am Donnerstag, einen Tag vor dem Fest, war es dann wieder soweit. Die Reisausgabe für September. Es war nett zu beobachten, wie vorsichtig die neuen

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Der Erfolg unserer Start-Up-Women

Erinnert ihr euch an unsere Start-Up-Women? Gestern war ein sehr interessanter Tag. Abgesehen davon, dass es wie aus Kübeln geregnet hat, und zwar gerade als wir im Büro ankamen. Das war etwas ungünstig, denn wir hatten alle Start-Up-Women eingeladen, um mit ihnen zu sprechen. Vor genau einem Jahr hatten wir 10 Frauen aus Spendengeldern zu einem Start-Up verholfen. Einige von ihnen wollten Dünger an die Gärtnerinnen verkaufen, andere abends kochen und das Essen au der Strasse verkaufen, eine Frau hat Batiken gelernt und wollte wieder Stoffe färben, wieder andere Fisch oder Gemüse auf dem Markt verkaufen. 

Obwohl uns das Geld zum Verschenken gegeben wurde, wollten wir die Frauen mit einem kleinen Trick zur Seriösität und Nachhaltigkeit anhalten. Wir ließen sie einen kleinen Vertrag unterzeichnen, dass sie ab dem dritten Monat nach Erhalt des Geldes es in 10 Monatsraten wieder zurückzahlen. Was sie nicht wussten, dass wir es ihnen die Raten die sie zahlen, dann wieder komplett zurückgeben, damit sie weiter Geschäfte machen können. 

Nun kommt etwas, das zu erwarten gewesen war. Vier von zehn Frauen hatten den gesamten Betrag in Raten zurück gezahlt und bekamen ihn demnach auch komplett wieder. Bei ihnen war die Freude groß. Insgesamt sah die Rückzahlungsbilanz wie folgt aus und spiegelt ein ziemlich realistisches Bild wieder, wie es um das Zahlungsverhalten unserer Klientel steht. 

  • 4 Frauen 100%
  • 1 Frau 80%
  • 1 Frau 70%
  • 1 Frau 60%
  • 1 Frau 20%
  • 2 Frauen 10%

Ein Verwanter von uns, der Islamic Banking studiert hat, riet uns einmal, Mikrokredite zu lassen, da es uns schlaflose Nächte bereiten kann. Genau das ist nun passiert, aber für uns eine wichtige Erfahrung und eine weitere Einsicht, wie bestimmte Abläufe unter der Prämisse Armut funktionieren. Wenn du nichts zu essen hast, ist eben das Letzte, an das du denkst einen Kredit zurück zu zahlen. Das heißt natürlich aber auch, dass sie anscheinend nicht gut gewirtschaftet haben, und sich aus dem Start-Up kein regelmäßiges Einkommen generieren konnten. UNICEF bietet auch Start-Ups an, aber nur unter der Voraussetzung, dass die Empfängerinnen mehrere Monate an einem Businesskurs teilnehmen müssen, bevor es Geld gibt. Vielleicht wäre das die Lösung, für mehr Nachhaltigkeit, doch das übersteigt unsere personellen Möglichkeiten. Generell können wir aber ganz zufrieden sein, dass immerhin sieben von zehn Frauen fast den gesamten Betrag erwirtschaftet haben.  

Musa braucht ein neues Bein

Das ist Musa Sonko. Er hat vor einigen Jahren bei einem Unfall ein Bein verloren. Dann bekam er eine Prothese, aus der er mittlerweile herausgewachsen ist. Die Mutter hatte jetzt 80€ gespart und ist mit Musa nach Dakar gefahren, um eine neue zu bekommen. Die Prothese, die er braucht kostet aber 200€. Da die Mutter alleine ist mit ihren vier Kindern, ist es sehr schwer für sie, das fehlende Geld aufzubringen. Ihr Mann hat sie vor 1,5 Jahren für eine Jüngere verlassen und bringt einmal im Jahr 30€ vorbei. Sie verdient das Einkommen für die Familie mit Putzen, so kommen sie wenigstens mit dem Essen über die Runden. Wer hat ein Herz und kann für Musa die fehlenden 120€ für seine Beinprothese zahlen? 

Rückblick.

Rückblick. Der kommt gleich, doch vorab erst ein kleines Schmankerl aus Gambia, wie es leibt und lebt. Eindrücke von unserem Flug nach Gambia: Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass es immer lauter wurde, je südlicher wir kamen. Im Flugzeug nach Brüssel, war es noch sehr ruhig. Dann am Flughafen suchten wir uns ein ruhiges Plätzchen mit Blick auf unser Gate. Da der Schlaf in der Nacht doch recht wenig war, dösten wir so vor uns hin, bis sich die Sitzreihen um uns herum mit Afrikanern füllten. Ich bin bis jetzt noch nicht dahinter gekommen, warum sich zwei Personen, die direkt nebeneinander sitzen, sich so laut anschreien müssen. Nun ja, vielleicht gibt mir ja mal einer den entscheidenen Tip. Auf dem Flug nach Dakar/Banjul stieg der Geräuschpegel dann noch einmal an. Schon alleine weil zwei Kleinstkinder in unserer unmittelbaren Nähe waren.

Endlich aus dem Flugzeug, empfing uns dann eine Wand aus schwül-feucht-warmer-klebriger Luft. Ich hatte schon damit gerechnet, daher war die Überraschung nicht ganz so groß. Bei der Gepäckausgabe dann wieder Routine. Je weißer die Hautfarbe, desto größer die Chance, mit einem Kreide F (für Food haha) auf den Koffern im Zollbüro zu landen und ohne die Koffer aufzumachen, zahlen zu müssen. Darauf hatte ich aber so gar keine Lust, daher griff ich zu einer Methode, die ich so noch nie ausprobiert hatte. Ich zückte meine Visitenkarte von unserem NGO. Und siehe da. Plötzlich ging es auch ohne. Dann stand auch noch wie aus dem Nichts mein Mann vor mir, der als Nichtpassagier eigentlich gar nicht in den Gepäckbereich durfte. Von da an ging dann alles ganz leicht, und wir verließen schnellstens den Flughafen.

Auf dem Weg nach Hause ging es dann weiter im gambianischen Stil. Bei der Ausfahrt Rückblick. weiterlesen

Die Schubladen-Handys

Die Schubladen-Handys. Kennt ihr die noch? Sie liegen bei vielen von uns noch in den Schubladen, weil sie hier ja wohl keiner mehr haben möchte. Zu altmodisch, nicht genug Funktionen oder für viele einfach nur peinlich.

Ganz anders in Afrika. Die bezahlbaren Handys kommen aus China, halten dann aber auch nicht lange. Die europäischen sind heiß begehrt. Das hat zwei Gründe, zum einen sind sie beliebt auf Grund ihrer Haltbarkeit, aber auch weil sie die vielen Analphabeten wie z.B. unsere Witwen völlig ausreichen und ihren Zweck erfüllen. Sie wollen nicht surfen und Texte versenden, sie wollen einfach nur telefonieren. Auch für unseren Verein von Vorteil, dann können wir die Witwen besser erreichen, wenn es wieder eine Spendenaktion gibt.

Wer also denkt, so etwas braucht eh niemand, die können in den Müll. HALT !!!, Die Schubladen-Handys weiterlesen

Unsere Witwen sind glücklich …..

Unsere Witwen sind glücklich …..

… weil immer mehr Menschen erkennen, dass Witwen und Waisen die Ãrmsten der Gesellschaft sind. Kleine tägliche Einkommen machen die Zutaten für das tägliche Essen möglich, doch der monatliche Sack Reis, der soviel kostet wie das Gehalt eines einfachen Arbeiters, machen den Frauen und ihren Kindern das Leben schwer.

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Unser Witwen-Reis-Projekt ist eins unserer besten Projekte, da es quasi von den Bedürftigen selbst entwickelt wurde. Viele Witwen kamen in unser Büro und fragten nach einer Unterstützung, die der Witwe  hilft, die Familie zu ernähren. Beim mehr und mehr Anfragen, kamen wir dann schließlich auf die Idee, Reissäcke zu verteilen, um das tägliche Essen der Familien zu sichern. Da wir in der Regel kein Bargeld verteilen, weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass es hin- und wieder anders eingesetzt wird, als besprochen, sind wir mit der Lösung, die Reissäcke zu kaufen und sie dann in unserem Büro zu verteilen, recht zufrieden. Die Witwen kommen dann in unser Büro und bestätigen mit einem Fingerabdruck, dass sie den Reis erhalten haben.

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Unsere letzen Tage im Ramadan

Es ist immer schön, wenn man fastet und etwas zu tun hat. Dann fühlt man den Hunger nicht so. Aber wenn es danach geht, dürfte ich gar keinen Hunger mehr gefühlt haben. Dem war leider nicht ganz so, besonders den Durst bei permanent über 30 Grad konnte ich nicht schönreden.

Aber immerhin, wir waren gut beschäftigt. Wir können all diese schönen Dinge natürlich nur tun, weil ihr, unsere lieben Sponsoren, diesen Ramadan besonders fleißig wart. Großer Dank dafür.

Doch nun schaut doch einfach mal, wie der Alltag eines NGOs im Ramadan so aussieht.

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Unsere Studenten

Dank großartiger Hilfe können wir einigen Studenten helfen, etwas aus ihrem Leben zu machen und sie von dem Gedanken abhalten, backway durch die Wüste nach Libyen zu gehen. Leider ist Bildung immer noch sehr teuer in Gambia. Daher brauchen wir weiterhin eure Hilfe. Im Folgenden werde ich euch jetzt 4 Studenten und ihre Ausbildungswünsche vorstellen.

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300 Pakete zum Ramadan 2017 – Fotos sagen mehr als 1000 Worte

Vier anstrengende und sehr ereignisreiche Tage liegen hinter uns. Drei Tage mit über 10 Helfern das Büro ausräumen, Pakete packen, Stühle organisieren, die Helfer mit Frühstück versorgen und packen, packen, packen.

Dann kam der Donnerstag und unsere 140 registrierten Bedürftigen waren angerufen, um ihre Pakete abzuholen. Die meisten von ihnen kamen auch pünktlich um 10 Uhr und nach einem Gemeinschaftsbittgebet im Garten für die Sponsoren begann das Prozedere. Sie ließen ihren Namen in der Liste abhaken, bekamen 3 Kg Hühnerbeine kamen dann weiter ins Büro, wo sie die Tüten mit den Nudeln, Mayonnaise, Datteln, Öl, Tomatenmark, Ketchup, Margarine und der Teepackung und noch 3 Kg Reis und 5 Kg Zucker abholten.

Bis zu einem gewissen Moment verlief alles ganz ruhig. Als dann die unsere Mitglieder mehr oder weniger alle versorgt waren, hatte es sich herumgesprochen, dass es bei uns Lebensmittel gibt. Plötzlich wurde unser Büro gestürmt, und alle wollten etwas haben. Die Menschenmasse war kaum zu kontrollieren, so dass wir alle Türen erst einmal schließen mussten, um die Leute dann nach und nach einzeln einzulassen.

Um 18 Uhr konnten wir dann auch nach Hause gehen, aber nicht ohne auf dem Weg noch den Kranken ihre Pakete zu bringen. Alhamdulillah, Gott sei’s gedankt, dass wir so vielen armen Menschen einen etwas schöneren Ramadan ermöglichen konnten.

Wir danken den Sponsoren aufs Herzlichste. Mögen reichlich für ihre Absichten und Taten belohnt werden. 

Jetzt folgt eine Fotostrecke, denn wie gesagt, Fotos sagen mehr als 1000 Worte.

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Ein kleines Gerät, das Leben retten kann

Ich weiß nicht zum wievielten Male ich solche Geschichten gehört habe, aber gestern war es dann mal wieder soweit. Ein kleiner 3-Jähriger Junge aus unserer Bekanntschaft musste mit sehr bedrohlichen Symptomen einer Atemwegsverschleimung ins Krankenhaus. Nun hatte sich die Mutter schon eines der größten Krankenhäuser ausgesucht, und es war mal wieder zu bedrohlich, also wurden sie in die Hauptstadt Banjul geschickt. Dort wurde der Schleim aus dem Hals und den Ohren abgesaugt, und sie wurden zunächst wieder nach Hause geschickt.

Der Kleine war sehr apathisch und stürzte zu Hause auch noch, weil er sich kaum auf den Beinen halten konnte. Die Folge war ein Platzwunde an der Schläfe. Das ist der neuste Stand von heute mittag.

Ein anderes Mal besuchten wir meine Schwägerin im Krankenhaus. Nebenan ein 6 Monate altes Baby, auch mit Atemproblemen. Es hing lange Zeit am Inhalator und weinte ganz fürchterlich. Am nächsten Tag erzählte uns unsere Nichte dann,  Ein kleines Gerät, das Leben retten kann weiterlesen

Armut! Schicksal oder Absicht?

Eine junge Dame in Deutschland, die demnächst ihre Abi-Klausur in Politikwissenschaft schreibt, stellte mir kürzlich ein paar Fragen zur Entwicklungshilfe, die mich auf die Idee zu diesem Artikel gebracht haben, den ich über ihre Fragen hinaus noch erweitert habe.

Was ist eigentlich Armut?

Die Weltbank definiert Armut mit einem Dollarbetrag von 1,25 USD pro Tag und Person. Das ist mehr als so mancher Arbeiter in Gambia verdient. Stellen wir uns weiterhin vor, dass jemand in Deutschland diesen Betrag zur Verfügung hätte, damit würde er definitiv nicht überleben. Armut Ball mit Lochüber einen Geldbetrag zu definieren finde ich daher fragwürdig. Die Kinder auf dem Bild oben kommen aus einem Dorf in Gambia. In dem ganzen Dorf gibt es zwei Wasserhähne, von denen einer jetzt gerade geschlossen wurde. Das einzige Spielzeug aller Kinder im Dorf ist ein Ball mit einem Loch. Und dennoch freuen sie sich über ihren Ball mehr als unsere Kinder, über ein neues iPhone. Dass diese Kinder im Herzen nicht arm sind, sieht man wohl auf dem Bild. Eine der Bewohnerinnen dieses Dorfes zeigte mir einmal ihr Mittagessen, das sie zubereiten wollte. Es war eine Mango, ein Maggiwürfel und eine Pfefferschote. Das nenne ich Armut. Bei unserem nächsten Besuch brachte ich ihr einen Sack Reis mit. Sie hat sich vor Freude in den Sand geworfen. So ein großes Geschenk hätte sie noch nie bekommen, sagte sie später. Ich war zu Tränen gerührt und denke noch oft an dieses Ereignis. Schlau, wenn sich diese Leute, dann einen kleinen Garten anlegen, um wenigstens immer Gemüse zu haben.  Armut! Schicksal oder Absicht? weiterlesen

Auf der Suche nach Individualität

„Das größte Streben des Menschen ist der tiefe Wunsch nach Anerkennung.“

William James

Beeindruckt von diesem Satz glaube ich , dass die meisten Menschen, wenn nicht unbedingt Anerkennung dann doch zu mindest Aufmerksamkeit möchten.

In Ländern wie Gambia, das in Großfamilien organisiert ist, gibt es vergleichsweise eher wenig Nachnamen. Auch die Vornamen sind nicht so vielfältig. Sie orientieren sich vorzugsweise an den großen Persönlichkeiten des Islams, und speziell der Prophetenfamilie.

Nun stell dir einmal vor, du bist ein Mädchen in einer gambischen Highschool. Du trägst eine Uniform, weil das aus der britischen Kolonialzeit  noch übrig geblieben ist. Wenn du also die Schule betrittst, sehen alle so aus wie du. Du gehst in deine Klasse, jemand ruft deinen Namen „Fatou“ und 5 Mädchen drehen sich um. Im Klassenverzeichnis gibt es dann fast jeden Nachnamen mindestens doppelt.

Kein Wunder, dass einige der Mädchen nun auf jeden Fall irgendwie auffallen und aus der Rolle fallen wollen. (Interessant: 2x fallen, was das nun wieder zu bedeuten hat?)

Um dieser Namensgleichheit entgegenzuwirken, geben sich die Schüler Spitznamen. Manchmal sind es die Initialen, manchmal Abkürzungen, häufig auch Namen von Promis. Um dann nicht in Vergessenheit zu raten, schreiben sie dann an die Wände der Klasse zum Beispiel „Remember FC“. Traurig, wenn das die einzige Möglichkeit ist, in Erinnerung zu bleiben.

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Müll in Afrika -A Never Ending Story

Wie in den meisten afrikanischen Ländern ist die Müllbeseitigung ein echtes Problem. Vor knapp 2 Jahren, schrieb ich in einem Artikel, dass der damalige Präsident innerhalb einer Woche beschlossen hatte, alle Plastiktüten aus dem Land zu verbannen. Ich war angenehm überrascht wie problemlos und nachhaltig das funktioniert hat. Seitdem gibt es nur Stofftüten. Das ist auch gut so, denn weniger gebildete Leute verbrennen alles, ob Plastik, Autoreifen (manchmal auch ganze Stapel) oder anderes Verpackungsmaterial vor ihrer Haustür und verursachen Höllenqualen für Asthma-Patienten, von denen es hier überdurchschnittlich viele gibt. Die Luftverschmutzung durch nicht vorhandene Katalysatoren und einer Mehrheit von Autos, die weit über 20 Jahre alt sind, ist enorm. Hier wäre ein Training für Umweltbewusstsein von Nöten.

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Ganz besonders hat es immer die Kinder des SOS-Kinderdorfes betroffen. Der einzige Müllplatz des Landes ist genau gegenüber des Kinderdorfes. Der Müll auf dem Platz, der gut mehrere Fußballfelder groß ist, wurde ständig angezündet.

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Geschenkte Gesundheit

Da bin ich wieder. Dieses Mal mit unserem Gesundheitsprojekt. Am Freitag kam nun endlich der Container, voll mit Medikamenten. Ich war sehr beeindruckt, wie viel letztlich doch zusammengekommen ist. Mögen die Spender reichlich belohnt werden.

Medikamente

Am Sonntag kam dann Modou, der Mediziner unseres Vertrauens. Vor etwa einem halben Jahr wurde die Klinik geschlossen, in der er gearbeitet hat, und schon wurde er arbeitslos. Nun fährt er Taxi, um seine Familie zu ernähren, aber am Mittwoch macht er, so Gott will, eine 3-monatige Weiterbildung, um die Erlaubnis zur Selbständigkeit zu erhalten. Sein Traum ist es, dann noch eine pharmakologische Ausbildung zu machen. Die dauert wohl 8 Monate, aber nur 3 Tage die Woche. Unser Plan ist nun folgender:

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Neue Betten!

Erinnert ihr euch? Vor nicht allzu langer Zeit haben wir „unser Dorf“ Kuloro besucht, in dem wir die Moschee bauen. Bei unserem Besuch dort, stellte sich auch der Arabischlehrer vor. Er ist krank, hat Schwierigkeiten seine Frau und seine 9 Kinder zu ernähren, und die Familie schlief auf Betten aus Lehm. Dieser Anblick war schlicht schwer zu ertragen. Neue Betten! weiterlesen

Iftar in Gambia / Ramadan 2017 – 20€ für ein Paket

Gambia hat einen neuen Präsidenten. Das ist gut so. Es kommen Investoren ins Land, die EU hat wieder Gelder zugesagt und dennoch. Es ist immer noch eins der 20 ärmsten Länder der Welt. 

Für die Muslime der Welt beginnt etwa am 25. Mai wieder der schöne Fastenmonat Ramadan. Eine Reiniugung für Leib und Seele. Überall freuen sich sie sich auf diesen gesegneten Monat. Es jetzt hier nicht der Ort für eine geschichtliche Abhandlung zum Ramadan, aber für alle, die ihn noch nicht selbst praktiziert haben, es ist wunderbar. Die Seele wird von vielen schlechten Angewohnheiten gereinigt, der Körper entschlackt und man fühlt sich den Armen und Bedürftigen näher als je zuvor. 

Und ab Sonnenuntergang darf man dann ja auch wieder essen. Wo sich bei manchen dann die Tische biegen, geht es bei anderen etwas bescheidener zu. Doch was ist mit denen, die nichts oder kaum etwas haben zum Fastenbrechen? Wer sich vorstellen kann mit einer Handvoll Erdnüsse oder einem Hirsebrei über die 24 Stunden zu kommen, kommt diesem Zustand schon sehr nahe. 

Seit nunmehr fast 19 Jahren kümmern wir uns um die Ärmsten in Gambia, und bis letztes Jahr konnten wir zumindest sicherstellen, dass zum Fest alle 140 Familien, die wir betreuen, ein schönes Essen mit Fleisch zubereitet haben. Bei größeren Spenden haben wir ihnen dann noch die letzten 10 Tage, die im Islam mit sehr viel Gebeten begangen werden, mit Extra Lebensmitteln verschönert. Im letzen Jahr konnten wir erstmals ein Iftar-Paket zusammenstellen, dass sie über einen Teil der Fastenzeit gebracht hat. Im Paket waren Reis, Zucker, Tee, Mayonaise, Tomatenmark, Hühnerbeine, Nudeln, Zwiebeln, Datteln ….. So ein ähnliches Paket wollen wir jetzt wieder zusammenstellen. 

Das Paket wird 20€ kosten, und wir wollen 160 Pakete zusammen stellen. 140 Pakete für unsere bedürftigen Familien, den Rest für die ehrenamtlichen Helfer, Kranke und Arme des Weges. 

Wer selbst nicht fasten kann und dafür lieber einen Armen speisen möchte, darf sich auch gerne bei uns melden. 

Der Prophet (s) sagte: „Einen jeden Gläubigen, der einen Gläubigen speist, nachdem dieser hungrig war, wird Allah am Tag der Auferstehung von den Früchten des Paradieses speisen.“ (Tirmidhi). 

Spenden ist wieder auf vielerlei Arten möglich. Per betterplace: http://www.betterplace.org/p52910

Oder herkömmlich

Es werde Licht – wie wir den Stromversorger austricksen könnten

Es werde Licht – Wie wir den Stromversorger austricksen könnten

Stellt euch vor, ihr hättet am Tag nur 6 Stunden Strom, mal etwas mehr und mal auch weniger. Na ja, denkt ihr bestimmt, in Afrika ist es warm, dann gehe ich eben raus. Vielleicht habt ihr euch aber auch nie wirkliche Gedanken gemacht, wofür man überall Strom braucht. Dann ist nichts mehr mit Waschmaschine oder Mixer, Fernsehen und Internet auch nicht. Nun denkst du vielleicht, das ist ja Luxus, das geht auch ohne. Ja, abgesehen davon, dass du dann diesen Artikel nicht lesen könntest, ganz blöd ist es nur, wenn du abends ohne Licht da sitzt. „Es gibt doch Kerzen!“, höre ich jetzt den ein oder anderen sagen. Auch das ist richtig. Hast du schon einmal versucht, bei Kerzenlicht für

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Gambia und seine Präsidenten: Ein Tagebuchbericht

Gambia und seine Präsidenten: Ein Tagebuchbericht
10 Tage vor der Vereidigung des neuen Präsidenten und die Tage danach.

Tag 10 – 9.1.17 Montag

Morgens ins Büro gegangen. Wir haben noch weiter am Jahresabschluss gearbeitet, aber es war schwer bei der Sache zu bleiben. Heute soll das Meeting der Westafrikanischen Staatspräsidenten im Rahmen der Inauguration des neuen Staatschefs in Ghana stattfinden. Alle warten gespannt auf die Ankündigungen. Abends wurde dann mitgeteilt, dass die Ecowas-Spitzen sich am 11.1. Mittwoch mit Präsident Jammeh zu einem letzen Gespräch treffen wollen. Nun ja, wir hatten mehr erhofft.

Tag 9 – 10.1.17 Dienstag

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Und dann noch etwas Schönes in all dem Trouble

Wer sich etwas für Gambia interessiert, hat vielleicht mitbekommen, was hier gerade los ist. Wir stehen kurz vor einer Militärinvasion, um die Amtseinführung des neuen Präsidenten zu sichern. Dennoch geht das Leben ja weiter. Gestern war unser letzter Tag im Büro, vorerst, und Sheikh Chabbo Cham kam, um die letzten 360€ abzuholen, die wir für den Wiederaufbau seiner völlig zerstörten Koranschule gesammelt haben. Er dankte uns sehr und versorgte uns dann gleich auch noch mit Bildern der Renovierung. Das letzte Geld ist für noch fehlende Fliesen und den letzten Schliff. Dann erstrahlt die Schule wieder im alten Glanz und kann die Arbeit wieder aufnehmen. 14 Monate war die Schule ein Bauruine, doch mit Allahs Hilfe und der Hilfe unserer fleißigen Sponsoren ist die Schule wieder wie neu.

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Ein kleines Projekt mit großer Wirkung

Ein kleines Projekt mit großer Wirkung. Leider muss ich schon wieder mit dem Stromproblem in Gambia nerven, aber jetzt scheint eine kleine Lösung zumindest für das Lichtproblem in Aussicht zu sein. Wie ja schon beschrieben, haben wir hier in Gambia oft nur 4 Stunden Strom am Tag.

Tagsüber kann man das managen. Aber wenn es dann dunkel wird, und hier wird es immer so gegen 19 Uhr dunkel, weil wir sehr nah am Äquator sind, und jeden Tag so gegen 7 Uhr hell. Das heißt jeden Tag 12 Stunden Dunkelheit.

Da wir mit unserem Verein uns besonders um die ärmste Bevölkerung kümmern, sind Batterielampen oder gar Solarlampen für die meisten unserer Bedürftigen unerschwinglich. Nur zur Erinnerung, in Gambia und Deutschland sind die Lebensmittelpreise etwa die gleichen, aber in Deutschland verdient man 50x mehr für die gleiche Arbeit. Bei Stromausfall bleiben dann nur noch die Kerzen.

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Elephantiasis …

…. Eine Krankheit die das Leben sehr beschwerlich macht, denn die Gliedmaßen können auf eine ungeahnte Dimension anschwellen und die Betroffenen bewegungsunfähig machen. Elephantiasis kann angeboren sein, in den meisten Fällen ist es aber eine Infektionskrankheit, die durch kleine Würmer ausgelöst wird, die in das Lymphsystem eindringen und es quasi lahmlegen.

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Zwangsweise offline

Aufregende Stunden liegen hinter uns. Gestern wurde in Gambia gewählt. Sie wählten einen neuen Präsidenten. Das ist in Afrika immer eine große Sache. Die Stimmung im Land war seit Wochen schon sehr angespannt. Wir als Normalbürger haben diese Stimmung darin gespürt, dass das Internet immer mehr eingeschränkt wurde, damit so wenig Informationen wie möglich nach außen gehen. Für uns als NGO unerträglich, wenn wir die Sponsoren nicht mehr erreichen können. So quälten wir uns dann über VPN-Server und andere Programme, um mit unseren Freunden und Unterstützern in Kontakt zu bleiben.

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