Waisen vs. Schule oder der Ausbildungsfonds

Waisen vs Schule. Klingt nicht gut, aber eine Waise zu sein und zur Schule gehen zu wollen, schließt sich eigentlich aus. Selbst als Halbwaise oder gar Kind geschiedener Eltern hast du nicht wirklich eine Chance auf Bildung.

Das wurde mir wieder besonders klar, als ich die Namen unserer gesponserten Kinder durchging. Von den 20 Kindern, die wir in den letzten Jahren gesponsert haben, sind nur 4 keine Waisen oder Kinder geschiedener Eltern.

Zur Zeit sponsern wir 7 Schüler bzw Studenten, davon 4 Waisen. Das sind die 4 Schüler auf dem Bild.

Der Erste ist Saidou. Er ist Vollwaise. Ihn hat eine Mann aufgenommen, dessen erste Frau gestorben ist, und dessen zweite Frau jetzt die Kinder aus der ersten Ehe, ihre eigenen und Saidou versorgt. Saidou ist in der 6. Klasse und ist sehr gut in der Schule.

Die Zweite ist Nyima. Sie geht in die 7. Klasse einer Junior School. Sie ist Halbwaise und ihre Mutter kümmert sich komplett alleine um die Großmutter, Nyima und ihren Bruder. Ihre Mutter Fatou arbeitet bei uns im Büro. Sie arbeitet sehr gut, nur nachdem bei ihr Diabetes diagnostiziert wurde, ist sie eben auch oft krank. Außerdem muss sie sich auch noch um ihre asthmakranke Mutter kümmern. Gerade heute hatte die Mutter wieder einen Asthmaanfall und musste von ihrer Tochter ins Krankenhaus gebracht werden.

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3 Bullen zum Fest

Mit vielen Fotos und Videos

Lange sah es so aus, dass es schwierig wird, dieses Jahr das Geld für einen Bullen zum Fest zusammengekommen. Doch plötzlich überschlugen sich die Spenden förmlich, und es ging alles ganz schnell auch den dritten Bullen gesponsert zu bekommen.

So weit so gut, nun war das Geld auf dem deutschen Vereinskonto. Es von dort möglichst kostengünstig nach Gambia zu bekommen ist eine Kunst für sich.

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Zakat ul Fitr – Die Reisverteilung in Bildern

Es war überwältigend wie viele Spenden für Zakat ul Fitr bei uns eingegangen sind. Ab Samstag vor dem Fest konnten wir dann keine Zakat ul Fitr Spenden mehr annehmen. Das habe ich dann auch auf allen meinen Kanälen verkündet. Das Abpacken musste zu einem bestimmten Zeitpunkt beendet sein, da wir ja noch das Schlachten der Bullen vorbereiten mussten. Hinzu kommt noch, dass wir nach dem Einbruch ja kein Bargeld mehr in Gambia haben und alle Spenden mühsam aus Deutschland nachholen müssen.

So kam am Sonntag ein guter Freund aus Deutschland und brachte Nachschub. Sobald das Geld in unseren Händen war riefen wir unseren Lieferanten an und bestellten die 25 Säcke Reis. 25 Säcke sind 1250 Kg Reis. Diese sollten dann in 3 Kg Portionen abgepackt werden. Am Montag kamen wir dann gerade an dem Geschäft vorbei als unsere Säcke auf die Schubkarren gepackt wurden.

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Charityessen – ein Segen für die Gemeinden

Zur Zeit passiert so viel, dass ich mit dem Schreiben kaum noch hinterher komme. So ist es nun schon am Donnerstag gewesen, dass wir ein Charityessen für 100 Personen zubereitet haben. So ein Essen ist ein Tagesprogramm für uns. Gleich nach dem Morgengebet um 6 Uhr wurde eine Ziege geschlachtet. Mit dem Fleisch ging es dann direkt in unser Büro nach Bakau. Dort warteten schon die Köchinnen mit den Zutaten, die am Tag vorher eingekauft wurden. Sie schnitten das Gemüse, brieten das Fleisch mit dem Gemüse in einem riesengroßen Topf.

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Eine großartige Ummah, eine starke Gemeinschaft

Als ich am Montag früh erwachte und wusste, dass nun endlich wieder der ersehnte Reis an die Witwen ausgeteilt werden kann, fiel mir ein Stein vom Herzen. Danke Allah, dass du es wieder möglich gemacht hast. Ich sage es deswegen so ausdrücklich, weil mir nach dem Einbruch und der darauf folgenden Welle der Hilfsbereitschaft einmal mehr klar geworden ist, dass wir Menschen nur Werkzeuge Gottes sind, und er mit einem Augenzwinkern etwas zulassen oder verhindern kann. Alles Planen und Streben des Menschen kann innerhalb von Sekunden zunichte gemacht werden. Das ist unter anderem auch der Grund, warum Muslime über jede Handlung, die in der Zukunft liegt „in shaa Allah“ sagen (wenn Allah will).

In unserem Fall wurden wir an einem Vormittag unseres gesamten Geldes beraubt. Hier der Artikel dazu

Im ersten Schock, siehst du keinen tieferen Sinn dahinter und verstehst die Welt nicht mehr. Doch viele Außenstehende deuteten schon an, dass ein tieferer Sinn (Hikma) dahinter stecken wird. Ich denke, diesem sind wir jetzt ein wenig auf die Spur gekommen. So klärte sich intern, wer mit dieser Belastung umgehen konnte und wer nicht. So hat uns ein Mitarbeitet verlassen, dessen Charakter scheinbar doch nicht so gefestigt ist, wohingegen andere, die in der Vergangenheit sich als etwas lahm erwiesen hatten, plötzlich zur Hochform auflaufen.

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Wie alles anfing

Oft werde ich gefragt, warum wir das alles hier machen, und wie es dazu gekommen ist. Das ist recht schnell erklärt. Als ich 1998 zu Besuch in Gambia war, hat mich meine Schwägerin zu dem Kindergarten ihrer Tochter mitnahm. Dort realisierte ich, dass es damals in einem Land mit 95% Muslimen es ausschließlich christliche Kindergärten gab. Das wäre ja alles kein Problem, wenn es da nicht die Versuche gäbe, aus den kleinen Muslimen kleine Christen zu machen. Für das Aufsagen christlicher Gebete und andere Rituale hatte ich wenig Verständnis bei ausschließlich muslimischen Kindern. Meine kleine Nichte betete folglich vor dem Essen wie sie es im Kindergarten gelernt hatte, und der Sohn einer Freundin sang beim Malen eines Bildes „Oh Jesus, my Lord“

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Opfern für die Seele

In vielen Religionen gibt es das Darbringen eines Opfers. In den monotheistischen Religionen ist es meist ein Tieropfer.

Wie schon im Alten Testament offenbart, war Ibrahim (Abraham) auf Befehl Gottes bereit, seinen Sohn zu opfern, so tief war sein Glaube. Die Muslime gedenken dieser Situation an ihrem Eid-ul-Adha, dem Opferfest.

Doch auch heutzutage gibt es viele Gelegenheiten, zu denen praktizierende Gläubige Tiere (meist Hammel) opfern. Sei es für ein neugeborenes Baby, oder sei es für die Erfüllung eines Bittgebetes. Für viele Gläubige ist dieses Ritual ein wichtiger Bestandteil ihrer Religion und eine Win-Win-Situation für die Beteiligten. Die Spender erfüllen ein Opfer und die arme Bevölkerung hat an diesem Tag eine Fleischmahlzeit, das sonst nur zu den Festen vorkommt (wenn überhaupt). Auch wir freuen uns jedes Mal über die spirituelle Atmosphäre. Ein Imam kommt. Er oder mein Mann liest ein Bittgebet für die Familie, das Fleisch wird in kleine Portionen geteilt und dann an die ärmsten im Ort verteilt.

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