„Nähen statt Lampedusa“ startet durch (mit Diashow)

Am 1. November haben wir unsere Nähschule eröffnet! Oh my God. Was haben wir gelitten, um dieses Nähschule zum Laufen zu bringen. Erst das Hin und Her mit dem Ladenlokal, dann konnten wir keine Schüler finden, weil sich unter den Jugendlichen verstärkt die Meinung breit macht „Lieber warte ich Jahre auf die Chance nach Europa zu kommen, als auch nur einen Finger krumm zu machen“.

Was haben wir alles versucht. Wir haben ein Meeting mit unseren Witwen gemacht, um ihre Söhne für das Projekt zu gewinnen, wir haben mit Lokalpolitikern gesprochen, im Bekanntenkreis herumgefragt, und gerade als wir uns an die Radiostationen wenden wollten, ging es plötzlich los mit den Anmeldungen, und auch ein männlicher Lehrer stellte sich vor. Von da an lief alles wie am Schnürchen. Da wir jetzt schon mehr als 10 Schüler haben, fahren wir sogar 2 Schichten morgens und nachmittags.

Die Schüler sind zwischen 15 und 25. Einige der Jüngeren gehen noch zur Schule, die Idee ist, wenn sie mit der Schule fertig sind, haben sie eine Berufsausbidlung und können dann sofort Geld verdienen. So Gott will kommen sie dann nicht auf die Idee, unbedingt weg zu wollen.
Unsere Jungs haben jedenfalls sehr viel Spaß in ihrer Nähschule. Ein Junge ist so interessiert, dass er beide Schichten dort bleibt und meist schon 30 Minuten vor Unterrichtsbeginn dort ist, dann wie selbstverständlich den Besen in die Hand nimmt und erst einmal sauber macht. Schön ist auch, dass sich die Jungs mit mehr Erfahrung um die anderen mit weniger Kenntnissen kümmern.

Besonders interessant finde ich als Europäerin, die erstmal stundenlang Theorie gewohnt ist, das Tempo mit dem sie vorgehen. In Afrika läuft es anders. Hier ist noch viel mehr „learning by doing“. Frei nach dem Motte: Du willst wissen, wie man einen Kragen näht, dann probiere es aus. Ich hatte mich schon gewundert, warum der Lehrer gleich vom ersten Tag an, die Maschinen auf den Tisch gestellt hat, jetzt weiß ich warum. Und ich bin angenehm überrascht, was die Jungen nach noch nicht einmal 2 Wochen schon alles genäht haben.

Wir gehen davon aus, dass die Jungs in spätestens einem halben Jahr fit sind, und wir dann anfangen können Aufträge für Schuluniformen einzuholen. Und dann können die Jungs ihr eigenes Geld verdienen.

Eine Bitte muss ich nun leider doch noch loswerden, obwohl ich gehofft hatte, mal einfach nur einen positiven Bericht zu schreiben.

Eine liebe Schwester und Freundin unseres Vereins ist Modedesignerin. Sie hätte viel Freude daran, nächstes Jahr für einige Wochen nach Gambia zu kommen und mit den Schülern gemeinsam Mode zu entwerfen. Es gibt schon einige Frauen in Berlin, die sich z.B. Abayas aus Gambia wünschen. Leider kostet dieses Projekt natürlich auch Geld (Flug, Unterkunft und etwas Taschengeld). Wer von euch kennt einen Fördertopf, aus dem dieses Projekt vielleicht bezahlt werden könnte? Rückmeldungen bitte an mich (mail(at)helpthepoor.de)

Außerdem wünscht sich der Lehrer für die Schüler eine Overlock-Maschine, denn auch er hasst ausgefranste Nähte. Falls jemand eine abzugeben, oder für wenig Geld zu verkaufen hat, darf sich auch gerne bei mir melden.

So nun habe ich noch eine kleine Dia-Show für euch vorbereitet, damit ihr sehen könnt, wie die Schüler sich von Tag zu Tag verbessern.

Ich hoffe, dass euch dieses Projekt genauso gut gefällt wie mir. Ich für meinen Teil bin richtig gerührt, wie schön sich dieses Projekt nun doch noch entwickelt hat.

Viel Spaß beim ansehen!

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