Ein Leben ohne Strom

Alle, die schon länger diesem Blog folgen, mögen es vielleicht nicht mehr hören. Doch in der heutigen Zeit der Technologie ist ein Leben fast ohne Strom schwierig. Wie schwierig wollte ich euch heute mal etwas näher erklären, damit ihr so in etwa eine Vorstellung habt, unter welchen Bedingungen ich versuche in Kontakt mit euch zu bleiben.

Bei derzeit maximal 6 von 24 Stunden Strom am Tag (morgens 3 und abends 3) nachts oft nicht, und da würde ich den Ventilator so sehr brauchen. In unserem Haus haben wir jetzt in der Regenzeit nachts 31 Grad Celsius mit 80% Luftfeuchtigkeit. Ich brauche euch sicher nicht zu erzählen in welchem Zustand man morgens aufwacht.

Wäsche waschen mit der Waschmaschine nimmt auch komische Formen an, wenn du plötzlich um 23 Uhr anfängst, weil dann gerade der Strom angegangen ist. Glücklicherweise haben wir ja unsere Batterie-Glühbirnen, so haben wir wenigstens Licht. Obwohl vor etwa einem Monat der Strom mal mit solcher Wucht zurückgekommen ist, dass einige Birnen explodiert sind und zwei Ventilatoren durchgeschmort. Später kam dann noch ein Elektriker, der alle Steckdosen ausgewechselt hat, weil sie alle Schaden genommen haben.

Nun versucht man sich ja zu helfen und findet lauter kleine Helferlein, die einem wenigstens ermöglichen, das Handy aufzuladen. Apropos Handy, davon habe ich zwei Stück, ein Android und ein IPhone, weil ich mit dem IPhone manchmal nicht telefonieren kann, es aber eigentlich mein Favorit ist. In Gambia gibt es vier Telefongesellschaften, von denen jeder Gambier mindestens zwei benutzt, da das Telefonieren in der gleichen Linie sehr viel billiger ist. Ich habe drei, weil manchmal geht das Internet bei dem einen oder der anderen Anbieter nicht. Dann haben wir ja auch noch einen WLAN-Router. Der natürlich ohne Strom auch nicht geht, somit auch nicht das Internet am Computer. Einen Interstick habe ich auch, aber der ist sehr langsam. Tagsüber ist auch das WLAN eigentlich nicht zu gebrauchen. Wenn wir wichtige Downloads oder Updates machen wollen, empfiehlt es sich, den Wecker auf spätestens 3 Uhr zu stellen und die Downloads zu machen, danach wird es schwierig.

Diesen und andere Artikel schreibe ich dann meistens mit dem IPad mit externer Tastatur und einer SIM-Karte mit ordentlich MB, das ich über eine Solarpowerbank aufgeladen habe. Viel komplizierter geht es glaube ich nicht.
Dann gab es eine Zeit, in der wir versucht haben, Strom von einer Autobatterie zu gewinnen. Das ging ganz gut, allerdings brauchten wir auch noch ein Batterieladegerät, denn nach einem Tag etwa war die Batterie leer. Leider ist der Inverter ist jetzt durchgebrannt. Und somit fällt eine Stromquelle aus.

Ein anderes Modell ist unser kleines Solarsystem. Ich liebe es, weil es uns zumindest unsere Handys am Leben erhielt. Doch nun haben wir es so viel benutzt, dass die Batterie nur noch fünf Minute lädt und dann ist Schluss. Nach meinen Erkundigungen kostet einen neue Batterie allerdings so viel wie das ganze System. Und somit fällt auch die zweite Stromquelle aus.

Vor einigen Wochen gab es einen Zeitungsartikel, in dem die Chinesen die Erneuerung unseres Stromsystems für mehrere Millionen Euro zugesagt haben. Bis jetzt merken wir davon noch nicht viel. Aber wir sind optimistisch, dass dieses Drama bald ein Ende hat.

Lange Rede, kurzer Sinn. Ich bemühe mich redlich, mit euch in Kontakt zu bleiben, aber wenn dann gerade mal der Akku leer ist, oder der eine oder andere Anbieter mal wieder kein Netz liefern kann, seht es mir bitte nach. Danke!

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